Seit 35 Jahren werden in der Zeitschrift Manuskripte der Ö1-Religionssendungen veröffentlicht.
Wien, 13.8.08 (KAP) Radio lesbar machen: Dieser Aufgabe stellt sich
der ökumenische Manuskriptdienst "memo" nun seit genau 35 Jahren.
Monat für Monat bietet die Zeitschrift eine Auswahl von Sendungen und
Beiträgen der ORF-Hauptabteilung Religion im Radio, sowie eine
Vorschau auf kommende Radiogottesdienste. Gemeinsame Herausgeber der
Monatszeitschrift sind das Medienreferat der Österreichischen
Bischofskonferenz und der Evangelische Presseverband Österreichs.
"memo" hat ein "klar ökumenisches Profil" und ist "ein Motor der
Ökumene in Österreich", sagt Paul Wuthe vom Medienreferat der
Bischofskonferenz. Seit dem Beginn der Zeitschrift kommen in den
Beiträgen jene Personen zu Wort, die in der Ökumene Österreichs
"etwas zu sagen haben", so Wuthe.
Seelsorger, Religionslehrer und Radiohörer mit Interesse an Ökumene
und Theologie bilden die Gruppe von etwa 1.000 Abonnenten, die die
Zeitschrift monatlich beziehen. Außerdem leitet der ORF-Kundendienst
Anfragen nach einzelnen Manuskripten religiöser Sendungen an "memo"
weiter. Beiträge aus "memo" würden öfters in Fachzeitschriften
zitiert, es gebe immer wieder Anfragen von ökumenischen Zeitschriften
aus Tschechien, Slowakei und Ungarn, die die Manuskripte übersetzt
wiedergeben, so Wuthe.
Der Erfolg von "memo" beruht auf der hohen Qualität des
Religionsjournalismus, den die ORF-Abteilung Religion-Radio betreibe.
"Die Inhalte sind theologisch aktuell und anspruchsvoll, kompakt und
vor allem verständlich formuliert", betont Wuthe im Gespräch mit
"Kathpress". "memo" sei zugleich eine "interessante Form guter
Zusammenarbeit zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den
Kirchen", die ein österreichisches Spezifikum darstelle.
Ausschlaggebend für die Entstehung des Manuskriptdienstes war der
Erfolg der legendären Sendereihe "Ökumenische Morgenfeier", die von
1968 bis 1997 an jedem Sonn- und Feiertag im Programm Österreich 1
ausgestrahlt wurde. Das Besondere an der Sendereihe bestand darin,
dass hier erstmals Vertreter verschiedener Kirchen gemeinsam den
christlichen Glauben verkündeten.
Für den Jesuiten P. Leo Wallner, einen der "Väter" der Sendereihe,
ist die "Ökumenische Morgenfeier" ein "sichtbares Zeichen, das viel
zur Entwicklung des guten ökumenischen Klimas in Österreich
beigetragen hat". Immer wieder hätten die Repräsentanten der
verschiedenen Kirchen in der Sendereihe versucht, ohne Polemiken
Gemeinsames und auch Trennendes verständlich darzustellen, erinnert
sich Wallner. Wiederholte Anfragen der Radiohörer nach den Texten der
Sendung führten schließlich zur Herausgabe des "Manuskriptdienstes
Ökumenische Morgenfeier", wie die Zeitschrift "memo" bis 1994 hieß.
P. Wallner bezeichnet die Zeitschrift auch als wichtiges Instrument
der Glaubensweitergabe in den damaligen Ostblockstaaten. Seit den
späten siebziger Jahren seien mehrere hundert Exemplare jeder Ausgabe
diskret über den Eisernen Vorhang nach Ungarn, in die
Tschechoslowakei und nach Polen verschickt worden. Die Empfänger
seien Menschen gewesen, die die auf Ö 1 ausgestrahlte "Ökumenische
Morgenfeier" und die Messübertragungen des ORF-Radio über Mittelwelle
empfangen hätten.
Heute werden im Angebot von "memo" vor allem Religionssendungen wie
"Logos", "Motive" und "Imago" berücksichtigt. Die Redaktion betreut
Christiane Luftensteiner-Höllriegl vom Medienreferat der
Bischofskonferenz. Sie bezeichnet "memo" als "Dienst am Hörer, damit
das oft flüchtige Wort des Radios wieder eingefangen werden kann".
Auf diese Weise könnten sich Radiohörerinnen und -hörer nachträglich
im Thema vertiefen und fänden Anregungen für Seelsorge,
Religionsunterricht oder für das theologische Gespräch.
