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Aktuelle Ausgabe memo Ausgabe Jänner 2012
Editorial
Orientierungshilfe
Die globale Finanzkrise, Terroranschläge, Umweltkatastrophen, Generationenkonflikte, neue Kriege … weltweit zeichnen sich dramatische Unsicherheitsszenarien ab, die jede Einzelne und jeden Einzelnen treffen. „Sicher unsicher“ haben die Salzburger Hochschulwochen im vergangenen Sommer ihre traditionsreiche Veranstaltung überschrieben, um zahlreiche Wissenschafte-rinnen und Wissenschafter darüber reflektieren zu lassen, welche Risiken ein Zuviel an Sicherheit bergen und welche Unsicherheiten Mensch und Gesellschaft im 21. Jahrhundert erschüttern. Der Religionssoziologe Matthias Sellmann war einer von ihnen. „Von der Unsicherheit, individuell sein zu wollen“ waren seine Überlegungen überschrieben, die „Logos“ unter dem Titel „Abschied vom Kuschelgott“ zusammengefasst hat. Sellmann geht darin zunächst auf einen der „verunsicherndsten Effekte unseres Alltagslebens“ ein, nämlich „die Erfahrung, dass die moderne Gesellschaft hervorragend funktioniert, ohne uns als das zu adressieren, als was wir uns zutiefst fühlen: als unverwechselbare Individuen“, um dann die Aufgabe der Religion beim Herstellen von Sicherheit, das Aufzeigen von Relevanz für den Einzelnen zu beleuchten und schlussendlich festzustellen: Religion ist „die Entdeckung, dass man im Regen tanzen kann“.
Welche Rolle Religion in einer komplexen, globalisierten Welt spielt, damit hat sich auch eine Podiumsrunde auseinandergesetzt, zu der das Magazin „Das jüdische Echo“ eingeladen hatte. Taugt sie als Orientierungshilfe – oder dient sie nur als Krücke für alle, die mit der rasanten Entwicklung nicht mehr Schritt halten können? Gibt sie dem Leben Sinn und Inhalt – oder wird sie nur noch als ideologische Keule missbraucht? Solche Fragen standen zur Diskussion, „Tao“ hat sie mitgeschnitten.
Um Religion und Welt, um Spiritualität und Naturwissenschaften, um letzte Dinge geht es im dritten Beitrag. In ihm kommt Stefan Bauberger zu Wort, Jesuit, Zen-Lehrer und Physiker. „Drei Wege, ein Ziel“ geben eine spannende Einsicht, wie für Bauberger die Erkenntnisse aus Wissenschaft, christlicher Theologie und Buddhismus einander ergänzen und ihn auf dem Weg, das Innerste der Welt zu ergründen, begleiten.
Reinhold Stecher hat auch mit 90 Jahren keineswegs an Klarheit, Mut und Witz verloren. Das konstatiert Johannes Kaup, der den ehemaligen Innsbrucker Diözesanbischof anlässlich seines Geburtstages um ein Interview bat. Dabei kam einiges zur Sprache, was die Kirche in Österreich zurzeit bewegt, womit sie sich auseinandersetzen soll, ja muss.
Weihnachtlich wird es dann nochmals gegen Ende des Heftes, wenn „Vom göttlichen Kind“ die Rede ist und vom „Sterndeuten“ und wenn Kardinal Christoph Schönborn das Evangelium, das am 25. Dezember in den Kirchen gelesen wurde, auslegt. Christiane Luftensteiner-Höllrigl
Inhalt
Abschied vom Kuschelgott Die Aufgabe der Religion in Zeiten der Unsicherheit
Wozu? Gott in einer gottlosen Welt
Drei Wege, ein Ziel Der Theologe, Physiker und Zen-Lehrer Stefan Bauberger
Eine unumstrittene moralische Instanz Der Tiroler Altbischof Reinhold Stecher Reihe „Was glauben Sie?"
Vom göttlichen Kind Oder: Das Wunder der kleinen Anfänge
Jesus ist Gottes Wort Kardinal Christoph Schönborn Evangelienkommentar Johannes 1,1-18
Sterndeuten Eine kosmische Spurensuche
Der Heilige, der Landesfürst und der Frühling des Mittelalters Markgraf Leopold III. und die Anfänge Österreichs
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