Vatikanstadt, 03.05.11 (KAP) Die katholische Kirche öffnet sich für die katholische Blogger-Gemeinschaft im Internet, die "Blogozese": Rund 150 Blogger, sechs davon aus Österreich, kamen am Montag auf Initiative des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel sowie des Päpstlichen Kulturrates zu einer internationalen Tagung im Vatikan zusammen. Ziel der Zusammenkunft war die Förderung des Gesprächs zwischen katholischen bzw. religiösen Bloggern und den vatikanischen Medienverantwortlichen. Insgesamt hatten sich zu dem Treffen mehr als 750 Blogger angemeldet, per Losverfahren wurden schließlich 150 Teilnehmer ausgewählt.
In seiner Eröffnungsansprache hatte der Präsident des Medienrates, Erzbischof Claudio Maria Celli, unterstrichen, dass sich das Treffen ausdrücklich nicht nur an Katholiken, sondern an alle richte, die an einem respektvollen Gespräch zwischen digitaler Kultur und Kirche interessiert sind. Unter den Vortragenden war auch Vatikansprecher Federico Lombardi.
Medienberichten zufolge sagte der Sekretär des päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, Paul Tighe, dass man von Seiten des Vatikan eingesehen habe, über die traditionellen Kommunikationswege gerade die jüngere Generation immer weniger zu erreichen und daher verstärkt auf die vielfältige Blogger-Gemeinschaft setzen wolle.
Vernetzung auch national vorantreiben
Begeistert von dem Treffen zeigte sich in einer ersten Reaktion gegenüber "Kathpress" der Verantwortliche für das österreichische Religions-Schulportal "religion.schule.at", Christoph Gstaltmeyr. Die Offenheit der Vatikanvertreter und ihre Ankündigung, bei der Neukonzeption des Webauftritts der Vatikanmedien auch Web 2.0-Elemente und Blogs zu berücksichtigen, habe alle Teilnehmer überrascht. Gstaltmeyr war einer von insgesamt sechs Teilnehmern aus Österreich, darunter u.a. auch der Heiligenkreuzer P. Johannes Paul Jacob Chavanne.
Es scheine ein Paradigmenwechsel in der vatikanischen Medienarbeit Einzug zu halten, so Gstaltmeyr, sei doch die Bereitschaft signalisiert worden, das katholische Blogger-Wesen als glaubhafte Präsenz von Kirche im Web ernst zu nehmen. Für die Arbeit auf nationaler Ebene nehme er den Auftrag mit, stärker die bestehenden österreichischen katholischen Blogs zu vernetzen, so Gstaltmeyr.
"Wo Menschen sind, darf Kirche nicht fehlen"
Gegenüber "Radio Vatikan" betonten die beiden teilnehmenden deutschen Blogger Daniel Lücking und Jens Albers die Notwendigkeit, dass Kirche sich zukünftig noch weiter um ihre Präsenz im Web bemühen sollten. "Ich denke, dass die Kirche ins Internet gehen muss. Da sind Menschen - und wo Menschen sind, darf die Kirche nicht fehlen", so Lücking. Albers zeigte sich "überrascht, dass der Vatikan sich diesem Medium zuwendet". Es tue dem Vatikan "sicherlich gut", in seiner Medienarbeit auch einen Input durch die aktive Bloggerszene zu bekommen, so Albers.
