Rom, 07.10.2009 (KAP) Gemmingen zählt zu den prominentesten Vatikanbeobachtern des
deutschsprachigen Raums. Einem breiteren Publikum ist der Jesuit durch seine häufigen Fernsehauftritte bekannt. So kommentierte er wichtige kirchliche Ereignisse wie den Weltjugendtag 2005 in Köln und der Bayern-Reise von Papst Benedikt XVI. 2006. Auch in
ORF-Sendungen trat Gemmingen mehrfach auf. Sein Nachfolger und Mitbruder P. Bernd Hagenkord SJ tritt am 1. November sein Amt an.
"Großen Abschiedsschmerz empfinde ich nicht", sagte Gemmingen in einem Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Es liege schließlich eine große Aufgabe vor ihm, "nämlich die finanziellen Mittel für die pastoralen Arbeiten der Jesuiten in Deutschland zu organisieren". Er werde weniger die Stadt Rom als die Landschaft der Umgebung vermissen. Aber auch die Kirchen, Museen und Sehenswürdigkeiten werden ihm sicher fehlen, so Gemmingen.
Eberhard von Gemmingen wurde 1936 im badischen Bad Rappenau geborenen. 1957 trat er in den Jesuitenorden ein und studierte anschließend in Innsbruck, Tübingen und Pullach bei München Theologie und Philosophie. 1968 wurde er vom Münchner Erzbischof Kardinal Julius Döpfner zum Priester geweiht. Neben seinem sozial- und entwicklungspolitischen Engagement übernahm er in den folgenden Jahren verschiedene Funktionen innerhalb seines Ordens.
1980 berief die Deutsche Bischofskonferenz Gemmingen zum katholischen Fernsehbeauftragten beim ZDF. Zwei Jahre später ging Gemmingen als Leiter der deutschsprachigen Abteilung von "Radio Vatikan" nach Rom. 2007 erlitt der Jesuit einen Herzinfarkt und konnte monatelang seine journalistischen Aufgaben nicht wahrnehmen.
Nach Angaben der deutschen Provinz der Jesuiten wechselt der 73-Jährige 2010 nach München, um von P. Eugen Hillengass die Spendenzentrale seines Ordens zu übernehmen. Dort ist auch der Sitz der "Benedictus-Stiftung", die Gemmingen mitbegründet hat.
